In dieser Kugel spiegelt sich das Leben.
Bunt und schön, mit Licht und Luft.
Mit krummen, geraden und sehr weiten Wegen.
Auch wenn sie oft ganz schwer, so geben sie am Ende mehr, an klarer Sicht.
Verändern dich in deinem Tun und Denken.
Doch wichtig ist der Baum – groß und stark, mit Wurzeln dran.
Der schützen und bewahren kann, vor starkem Wind, Regen und Gewitter
– ein Behüter !
Seh´n wir im Glas, dem Stamm, die Gottesgröße.
Schutz, Kraft und Stärke, dann kann und will sie sein,
– ein Wegweiser auf unsern Wegen und den Werken.
Herr, geh doch mit, lenk und segne jeden Schritt.
Amen !
Anne S. , ehrenamtliche Mitarbeiterin

Trost

Wenn man leidet, tut es so gut,
ein befreundetes Herz zu haben,
worin unser Schmerz sein Echo findet
Theresia von Lisieux

Texte

Bunter Schmetterling und schwarzer Vogel

Das Glück ist ein bunter Schmetterling,
der unter dem Sonnenlicht durch das Leben tanzt.
Ich möchte tanzen mit ihm über Wiesen und Wälder,
mit ihm auf Blumen verweilen und träumen,
mit ihm tanzen für immer.
Doch der Sommer zieht vorbei.
Abschied ist ein großer schwarzer Vogel
mit starken Flügeln.
Er trägt meinen Schmerz
unter dem Sonnenlicht durch das Leben.
Flieg ich mit ihm dahin,
trägt er mich in das Reich der Tiefe,
von dort zum Himmel, wo die Engel wohnen,
und ich sehe das Leben unter dem Sonnenlicht,
und das Leben ist
bunter Schmetterling und schwarzer Vogel.
Nun schaue ich durch den Spiegel hindurch
und erblicke mein Gesicht
und erkenne: Ich bin
bunter Schmetterling und schwarzer Vogel.
Ich tanze im ewigen Kreis,
getragen von einer Melodie,
und es spielen
bunter Schmetterling und schwarzer Vogel.

Aus Edda Reschke, Bunter Schmetterling und schwarzer Vogel, S. 20. © 1999 Lahn-Verlag GmbH, Kevelaer,
www.lahn-verlag.de




Über das Stark-Sein
Viele Menschen sind überzeugt davon,
dass stark und tapfer sein bedeutet
an „etwas Anderes“ zu denken,
nicht über Trauer zu sprechen.
Aber wir wissen,
dass wirklich stark und tapfer sein bedeutet
an das Geschehene zu denken,
über das Gewesene zu sprechen,
bis unsere Trauer beginnt
erträglich zu werden.
Das ist wirklich Stärke
das ist wirklich Mut
und nur so wird
Stark – und – Tapfer – Sein
uns zur Heilung tragen.
Sascha Wagner

Der Zug des Lebens
Vor einiger Zeit las ich ein Buch, worin das Leben
mit einer Zugreise verglichen wurde.
Eine sehr interessante Lektüre.
Das Leben ist wie eine Reise mit dem Zug. Man steigt oft ein und aus,
bei manchen Aufenthalten gibt es angenehme Überraschungen und glückliche Momente,
aber auch Unfälle und Traurigkeit.
Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen, treffen wir Menschen,
von denen wir glauben, dass sie uns während der ganzen Reise begleiten werden,
unsere Eltern.
Leider ist die Wahrheit eine andere.
Sie steigen irgendwann aus und lassen uns,
ohne ihre Liebe und Zuneigung,
ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft,
zurück.
Allerdings steigen andere Personen,
die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein.
Es sind unsere Geschwister,
unsere Freunde und die Menschen,
die uns begegnen und die wir lieben lernen.
Manche Personen, die einsteigen,
betrachten die Reise als kleinen Spaziergang …
Andere finden nur Traurigkeit
auf ihrer Fahrt durchs Leben.
Und es gibt wieder andere im Zug,
die immer da und bereit sind,
denen zu helfen, die Hilfe brauchen.
Manche hinterlassen beim Aussteigen eine immerwährende Sehnsucht.
Manche steigen ein und wieder aus,
und wir haben sie kaum bemerkt.
Es erstaunt uns,
dass manche der Passagiere, die wir am liebsten haben,
sich in einen anderen Waggon setzen.
Und uns die Reise in diesem Abschnitt alleine machen lassen.
Selbstverständlich lassen wir uns nicht davon abhalten,
die Mühsal auf uns zu nehmen, sie zu suchen und uns zu ihrem Waggon durchzukämpfen.
Leider können wir uns dann doch nicht zu ihnen setzen,
da der Platz an ihrer Seite schon besetzt ist.
So ist das Leben.
Voll an Herausforderungen, Träumen, Phantasien, Hoffnungen und Abschieden,
aber ohne Wiederkehr.
Machen wir die Reise durchs Leben so gut, wie wir es können.
Versuchen wir, mit allen im Zug gut auszukommen,
und sehen wir in jedem von ihnen das Beste.
Erinnern wir uns daran, dass in jedem Abschnitt der Strecke
einer der Gefährten schwanken kann und möglicherweise
unser Verständnis braucht.
Auch wir werden schwanken, und
es wird jemand da sein, der uns versteht.
Das große Mysterium der Reise ist,
dass wir nicht wissen, wann wir endgültig aussteigen werden,
und genauso wenig, wann unsere Mitreisenden aussteigen werden,
nicht einmal die, die direkt neben uns sitzen.
Ich werde wehmütig sein,
wenn ich aus dem Zug für immer aussteige.
Ich glaube, die Trennung von einigen Freunden,
die ich während der Reise traf, wird sehr weh tun.
Meine Liebsten alleine zu lassen wird mich sehr traurig machen.
Aber ich habe die Hoffnung, dass irgendwann der Zentralbahnhof kommt.
Dann werde ich sie ankommen sehen, mit Gepäck,
das sie beim Einsteigen noch nicht hatten. Das wird mich froh stimmen.
Was mich glücklich machen wird,
ist der Gedanke, dass ich mitgeholfen habe,
ihr Gepäck zu vermehren, und ich die richtigen Inhalte
hineingetan habe.
Schauen wir darauf, dass wir eine gute Reise haben
und dass sich am Ende die Mühe gelohnt hat.
Versuchen wir,
dass wir beim Aussteigen einen leeren Sitz zurücklassen,
der Sehnsucht und schöne Erinnerungen bei den Weiterreisenden hinterlässt.
Ich wünsche allen eine
„Gute Reise“
Verfasser unbekannt